Das Museums-Team zur Jahrestagung der AG Bädermuseen in Norderney

Das Team des Kur- und Stadtmuseums fuhr in der letzten Woche zur Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Kur- und Bädermuseen nach Norderney. Das diesjährige Thema konzentrierte sich auf den Bäder-Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert.

Arbeitsgemeinschaft Kur- und Bädermuseen

Die Arbeitsgemeinschaft hat Mitglieder aus Kur- oder Bädermuseen, aber auch Archiven und einzelnen interessierten Personen aus ganz Deutschland, Belgien und Österreich. Sie tauscht sich regelmäßig zu gemeinsamen Themen der Badekultur aus, wobei die Geschichte des Kurwesens von der römischen Therme bis zur heutigen Wellness-Oase reicht.

→ Kur- und Bädermuseen

Bademuseum Norderney

Wir starteten mit einer Führung durch das Bademuseum Norderney und der umfangreichen Sammlung zur Reise- und Badekultur auf Norderney. Außerdem sahen wir die Wanderausstellung „abgestempelt – Judenfeindliche Postkarten“, die viele Fragen aufwarf und bedrückend eine Parallele zur heutigen Zeit aufzeigte.

→ Museum Norderney

Bäder-Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert

Zahlreiche interessante Vorträge gaben einen Einblick in das Thema Bäder-Antisemitismus, unter anderem Prof. Dr. Regina Grundmann der Universität Münster mit einer Einführung in die Thematik und dem Bezug zu den Nordsee-Inseln, insbesondere Borkum.

Mag. Thomas Stoppacher aus dem Österreichischen Kabarettarchiv referierte über die „Jüdische Sommerfrische in Österreich zwischen Tradition und Antisemitismus – am Beispiel Bad Gleichenberg“.

Prof. Dr. Thomas Goll der TU Dortmund über „Alltäglichen Antisemitismus im Bild – Urlaubsgrüße von der Insel“.

Prof. Dr. Ursula Rudnick hielt den Vortrag „Ein Pfarrer auf Abwegen – Ludwig Münchmeyers antisemitische Agitation auf der Insel Borkum“.

Dr. Kristine von Soden: „Der Wind, der die Hakenkreuzfahne bläht, weiß nichts von ihr…“ (Joseph Roth). Zur Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee. Sie stellte ihr Buch „Ob die Möwen manchmal an mich denken? – Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee“ vor.

Matthias Pausch M.A., Stadtarchivar und Leiter des Museums Nordseeheilbad Norderney schloss die Tagung mit dem sehr interessanten Vortrag „Juden erträglich“ – Bäderantisemitismus im Seebad Norderney ab.